Kapitel 18 - In den Fängen der Thiago-Lobby

  • Alian Kumar schafft es Kontakt herzustellen, aber durch ihm bekommt Nathan einen Auftrag ausgerechnet von Shubian Interstellar. Der dubiose Auftrag erweist sich dabei als gefahrvoll und eine überraschende Begegnung erfolgt auch noch...


    Ich nehme mir meine Cola und schlürfe sie runter. Schon eine geschlagene Stunde warte ich in der Raststation von Microtech. Die Essensmeile ist nicht sonderlich anders, als auf den anderen Raststation. Es herrscht heute ein reger Trubel vor wo Besucher und Reisende sich Essen holen von den Ständen und der Geruch von Burritos bis zu fettigen Pizzen erfüllt die Essensmeile. Aber meine Ungeduld wächst und ich frage mich, wieso Alian so lange braucht.

    Als mir der Gedanke kommt, so kommt er endlich die Treppe herunter. Als er sich vor mir hinsetzt, ist er außer Atem und braucht ein paar Minuten, bis er einen ruhigen Atem hat. Seine Miene wirkt aufgewühlt und sein Blick gleitet immer wieder in den Raum umher.

    „Es tut mir leid, dass ich mich verspätet habe. Es war ein bisschen kompliziert.“

    „Kompliziert?“ Frage ich verwirrt.

    „Nun wir haben Kontakt zur Thiago-Lobby aber auch irgendwie nicht.“ Erklärt Alian.

    Der alte Mann verwirrt mich noch mehr und ich frage ungeduldig:“Wird das jetzt ein Rätselspiel?“

    „Sehen ich konnte mich endlich einen Kontakt herstellen und wir haben prompt einen Auftrag. Sie wollen wohl unsere Fähigkeiten testen.Nur hätte ich nicht gedacht, das es Shubian Interstellar ist.“

    „Ich dachte sie wollten Kontakt zur Thiago-Lobby aufnehmen?“ Frage ich.

    „Ja, eins nach dem anderen...“ Alian schaut in die Richtung der Burritos.“... ich hab einen Bärenhunger. Wie sind die Burritos?“

    „Äh... ich hab sie noch nicht probiert.“ Erwidere ich mit einem verwirrten Ausdruck.

    „Nun gut davon kann ich mir noch einen nehmen. Verstehen sie, soweit ich erfahren habe ist Shubian interstellar ein Teil der Thiago-Lobby. Einzig bei einer Sache komme ich ins Grüppeln. Ihr sitzt ist auf Microtech und sie sind...“

    „... ein Großkonzern für Bergbau und Bergbauausrüstungen. Ich glaube ich weiß worauf sie hinaus wollen.“ Ergänze ich nachdenklich.

    „Seit das Unternehmen ihrer Familie die Expansion außerhalb des Sol-Systems vollzogen hat sind sie einer unseren schärfsten Konkurrenten. Ich war überrascht, dass ich es gerade mit ihnen zutun habe und auch noch eine Auftrag bekommen würde. Es entspricht einer gewissen Ironie.“

    „Vielleicht brauchen sie unsere Hilfe?“ Zuck ich mit den Achseln.

    „Wobei?...alles was Asada Mining & Trading Cooperation besitzt und verfügt steht auch der Shubian interstellar zur Verfügung. Der einzige Unterschied ist, dass wir unsere Bergbau seit unseren Gründerzeiten gleich an unseren Großkunden vertreiben, also ihnen direkt liefern und sie nicht an Handelsunternehmen verkaufen lassen oder an selbständigen Händlern.

    Das macht sie, aber kaum abhängig von uns.“

    „Nun worum geht es dem im Auftrag?“

    „Er ist verdeckt. Wenn sie irgendjemand fragt sagen sie es kommt von der Hurston Security. Sie sollen in eine Hölle eindringen und dort aufsässige Piraten auflauern und eliminieren. Sie werden sehen in der Höhle stehen mehrere Behälter, Containers. Sie haben sich offenbar daran bemächtigt. Sie sollen eindringen und es bei Erfolg an mir weiterleiten. Später werden sie sich der beklauten Ware bemächtigen.“ Fasst es Alian zusammen.

    „Haben sie einen Grund für die Geheimniskrämerei erfahren?“

    „Natürlich nicht. Diskretion funktioniert am besten, wenn alle nur die nötigsten Informationen bekommen. Ich hoffe wir können dem gesamten Vertrauen. Subian interstellar agiert als ein Großkonzern dem Gesetz treu. Ich bezweifel, dass sie leichtfertig irgendwelche zwielichtige Aktionen an einen ihren Konkurrenten geben, sonst geben sie uns leicht Informationen, mit denen wir ihnen Probleme bereiten können.“

    Ich schau ihm nachdenklich in die Augen und frage nach:“ Sollen es viele Piraten sein? Ich hoffe, sie haben vergessen, nicht zu erwähnen, dass ich als Pilot ausgebildet wurde und nicht als Marine.“

    „Keine Sorge. Ich habe ihnen erwähnt, dass sie eine Grundausbildung genoßen haben, aber spezialisiert wurden als Pilot. Sie haben versichert, dass es kein problem für sie wäre.“

    „Das möchte ich doch hoffen.“

    „Das ganze ist halt immer noch ein bisschen merkwürdig. Shubian Interstellar gibt uns einen Auftrag. Wenn ihr Vater davon hört, wird er glauben ich leide an Wahnvorstellungen.“

    „Vielleicht ein Zeichen für ihr Talent als Vermittler.“ Erwidere ich amüsiert.

    „Wann brechen sie auf?“

    „Nun ich würde sage in zwei Stunden.“ Antworte ich.

    „Wenn ich von ihnen morgen nichts höre, alarmiere ich die Adovacy und unser Unternehmen.“ Antwortet er mir ernst.

    „Sie glauben an eine Falle?“ Frage ich überrascht.

    „Ich bin nur vorsichtig. Ich hoffe sie werden nicht gefangengenommen oder bekommen eine Kugel im Hinterkopf. Passen sie sich gut auf sich auf. Ich gebe ihnen die Koordinanten weiter.“

    „Ich bin um ihre Fürsorge gerührt“ erwidere ich ironisch.

    „Sie werden es schon schaffen. Immerhin haben sie bis jetzt alles erfolgreich gemeistert, auch wenn wir manche knappe Sachen hatten in der Vergangenheit. Haben sie übrigens was von Joe gehört?“ Fragt mich Alian.

    Ich schüttel mit dem Kopf und nehme noch einen Schluck. Alian reibt seine Hand an dem Kinn.

    „Nun mal sehen, ob sich da was ändert. Ich denke sie können das Schiff schonmal bereit machen.“ Das er mich gerade zu drängt, es zu bereitzustellen gefällt mir nicht ganz, aber möglichst wenig Zeit dem ganzen zugeben, war wohl nicht die schlechteste Idee.

    Die Koordinaten führen mich nach Aberdeen, wo im Nirgendwo des in der dichten gehüllten Atmosphäre des Mondes der Eingang zur Höhle führen soll.

    Ich gehe in die Richtung zu den Aufzügen, die mich zur Lobby führen. Besucher und Arbeiter strömen auch hier rein. Microtech offenbar erfreut sich aktuell einen hohen Verkehr an Personen von auswärts.

    Die im gelben Licht gehüllte Sektion, wo sich die Landingskonsole befindet, entscheide ich mich, dazu meine Super Hornet zu verwenden. Ein leichtes Grinsen verläuft über mein Gesicht, den langsam wird sie neben der Aegis zu meinen Lieblingsjäger. Ihre Feuerkraft gepaart mit ihrer Wendigkeit sind mächtige Argumente im direkten Zweikampf.

    Ich wechsel in meinen Kampfanzug, der von leichter Statur ist. Mit einem Voluminösen hätte ich Problem, noch ins Cockpit zu passen.

    Die P-8 noch am Rücken befestigt wage ich mich mit dem Aufzug in die Richtung des Landinpads, wo schon meine Superhornet bereitsteht mit ihren eingeklappten Flügeln.

    Vor meinen Augen schwirren Frachter, von Avenger bis zu Freelancer um die Station. Ich steige über die Leiter hinein und eine weibliche Stimme von Anvil begrüßt mich in ihre liebreizende Art.

    Kaum sind die Systeme hochgefahren, steige ich mit dem Schiff hoch und fokussiere mich auf Hurston.

    Die Starmap macht mir zumindest keine Probleme und so folgt der Sprung in schneller Folge.

    Der Sprung selber erfolgt leider im eher gemächlichen Tempo, aber das war halt der Preis, dass ich in einem Jäger sitze. Ich bin schon froh, dass sie die dafür notwendige Reichweite hat.

    Dann nach gezwungen Untätigkeit im Cockpit, kommt der Planet Hurston schnell näher, der mir vertraut ist mit seiner weißrötlichen Färbungen, die sich nur durch die wenigen Meere auf dem Planeten vermischen.

    Von da aus peile ich den Mond an, der nur noch einen Katzensprung entfernt ist.

    So ist das Ziel nur noch 300 Klicks entfernt und mit jedem Klick, den ich hinter mir bringe, steigt meine Anspannung. Als ich langsam in die dichte Atmosphäre des heißen Mondes eintauche, dass mir auch immer mehr die Sicht beraubt, steigt mein Gefühl der Unsicherheit. Es ist ein gefährliches mögliches Versteck für Piraten, die auflauern könnten.



    Ich greife mit meinen Händen an den Schubreglern und am Steuerhorn auf die Waffenaufschaltung.

    Ich gehe die Grundlagen meines Trainings durch von der UEE-Navy und versuche das meine Gefühle nicht meine Entscheidungen kontrollieren.

    Ich erkenne, unter den dichten schwefelartigen Nebel durch den ich fliege Konturen von einer Landschaft. Mit meinem Schiff bin ich auf die Nachtseite des Mondes gelandet, aber meine Instrumente funktionieren zuverlässig. Dann endlich nach sechs Klicks bekomme eine deutlichere Erfassung. Es handelt sich um eine Herald. Gleichzeitig erfahre ich einen zweiten Ping, von einem Schiff das offenbar auf der Oberfläche gelandet ist.

    Die Harald steht dabei kurz vor der Landung. "Merkwürdig. Außer, dass sie ein Datenrunnerschiff ist und sehr schnell hohe Geschwindigkeiten erreichen kann, ist ihre Bewaffnung nicht konkurrenzfähig.“ Denke ich mir überrascht. In der Atmosphäre hat sie nachteilige aerodynamische Eigenschaften, denn sie besitzt keine Flügel. Meine Hornet ist hierbei ihr überlegen. Es erinnert eher an ein Schiff, wo erst zwei übergroße Triebwerke gebaut wurde und dann die Cockpitsektion.

    Ich komme in Waffenreichenweite und funke sie dann:“

    An die Herald. Identifizieren sie sich, oder ich werde feuern. Ich erwarte eine sofortige Antwort!“

    Ich aktiviere meine Raketenerfassung und schnell bekomme ich eine Antwort, wo jemand überrascht und nervös antwortet:“ Ich komme in Frieden und bin zu wissenschaftlichen Zwecken hier.“

    Für einen kurzen Moment fühle ich mich überrumpelt. Wieso soll hier ein Wissenschaftler sein? Das Ganze mutet etwas seltsam an.

    Nur noch 2 Klicks von mir entfernt, aktiviere mich meinen Scheinwerfer und die Gegenfrage von der Person kommt:“ Wieso sind hier?“ Fragt sie nervös.

    Soll ich ihm verraten, wieso ich hier bin? Wenn es ein Pirat ist, dann weiß er jetzt sowieso jetzt von mir und kann nichts mehr gegen mich anrichten und umliegende Piraten wüssten auch schon Bescheid.

    „Ich bin hier wegen einer Kopfgeldjagd. Aber erst beantworten sie meine Fragen. Was machen sie als „Wissenschaflter“ ausgerechnet hier an diesen Ort zu diesem Zeitpunkt hier?“ Das Wort Wissenschaftler betone ich hierbei extra.

    „Ich wollte Proben sammeln. Hier in dieser verlassenen Höhle soll ihr Ziel sein?“

    Dann sehe ich die Konturen des Höhleneinganges und wie die Herald direkt in der Nähe aufsetzt. Zu meiner Besorgnis entdecke ich eine andere Superhornet, die gelandet ist, aber offenbar nicht aktiv ist. Sonst hätte ich sie schon früher bemerkt.

    „Also ich komme heraus und trage nur eine Pistole. Bitte schießen sie nicht auf mich. Ich kann ihnen nicht gefährlich werden.“

    Ich beobachte die Lage eine Weile in der Luft. Inzwischen hat sich die unbekannte Person rausgewagt und steht in dem Lichtscheinwerfer meiner Super Hornet. Inzwischen bin ich schon so tief runtergeflogen, das ich knapp über die Gerippe abgestorbene Bäume fliege und Staub durch die unteren Antriebe hochgewirbelt wird.



    Ich weise ihn an, an Ort und stelle zu bleiben, so dass ich ihn inspizieren kann. Nervös antwortet mir der unbekannte Mann. Ich fahre die Landestützen aus und setze auf.

    Als ich aus dem Cockpit herauskomme, steigt die Außentemperatur auf schwindelerregende 220 Grad. Nur 10 Minuten Schutz gewährt mir der Anzug.

    Viel Zeit bleibt mir nicht. Während ein mittelstarker Wind an den Abhang am Boden fegt, ziehe ich meine P-8 heraus und halte sie ihn seine Richtung. Bis jetzt macht er keine Anstalten, sich dagegen zu wehren. Es ist wohl der riskanteste Teil des heutigen Tages.

    Über Funk frage ich ihm: "Sind sie im Auftrage von jemanden da?“

    „Nein ich bin auf eigener Forschungssuche unterwegs.“

    Was auch immer ein Wissenschaftler hier in dieser Einöde finden will, frage ich mich, aber es entspricht auch nicht meine Expertise.

    Von allen Seiten betrachte ich seinen Anzug. Außer eine Pistole hat er wohl nichts Gefährlicheres. Er erscheint mir glaubhaft, auch wenn es mich nervös macht einen unbekannten Gast, in der Nähe zuhaben.

    Ich ziehe langsam meine Waffe herunter und rufe:“

    Sie scheinen mir in Ordnung Zusein. Dass sie mir aber keinen Unfug treiben. Sie sind hier also als Wissenschaftler da?“

    „Ja, ich möchte nach speziellen Pilzen suchen, die in dieser Hölle auf diesem Mond existieren.“

    Ich verziehe eine Grimasse. Wenn es stimmt, dass er ein Biologe ist, dann hat er sich einen etwas ungemütlichen Zeitpunkt gesucht.

    Ich warne ihm bezüglich, dass ich eine Bounty Mission habe und dort unten Piraten lauern können.

    Er erwidert, er hat ja eine Pistole und könnte mich unterstützen, aber er hatte noch nie ein Kampfgefecht geschweige denn darin ausgebildet ist.

    „Nah toll, soll ich heute auch noch seinen Babysitter spielen.“ Denke ich mir und spreche ihn dann mit strenger Stimme an:„ Dann hören sie besser auf mich. Ich mache das nicht zum ersten mal. Ich habe ja hier eine gelandete Superhornet gesehen. Ich möchte nicht wissen, was für Piraten dort unten lauern, die sich ein solches Schiff leisten können.“

    So wagen, wir uns in den Eingang der Hölle die von scharfkantigen Felsen umgeben ist und wie ein Schlund tiefer in den Boden führt.

    Noch für eine kurze Zeit reicht, das Licht der Schiffe herunter, doch schon biegt sich die Höhle nach links ab. Kurz davor sind irgendwelche kleine Pilze am Boden, die für mich keine nähere Bedeutung haben, aber der Wissenschaftler hinter mir ist erfreut, welche zu einsammeln.

    Dann wird es stockfinster und nur noch die Lichter unsere Helme spenden Licht.

    Ich höre wie mein eigener Atem, alles an Geräuschen überdeckt und eine Stille uns umgibt, die nur noch von meinen stampfenden Fußgeräuschen und seinen Funk unterbrochen wird.

    Schon nach kurzer Zeit kommen wir in einen kleinen Höhlenholraum hinein, wo zu meiner Überraschung mehrere Kisten, wie auch zylindrische Behälter stehen und auch kleine Standlichter, die Höhlenraum in ein gelbes Licht eintauchen. Ein leichter Dunst herrscht hier vor.

    Ein solcher Dunst in einer solchen heißen Atmosphäre überrascht mich, aber dann sehe ich die Temperaturanzeige. Es sind nach menschlichen Maßstäben angenehme Temperaturen.

    Die mir noch fremde Person macht sich an einen der Zylinder heran, die wie Gastkanister ausschauen. Schon nach wenigen Sekunden ruft er:“

    Ah Hilfe, ich glaube, mich hat was angeschossen ... Ich glaube ...“ Dann bricht seine Stimme ab und ich renne zu ihm hin. Er ist zusammengebrochen.



    „Hallo, können sie mich noch hören...“, aber er reagiert nicht auf mich. Offenbar ist er bewusstlos. Ich schaue schnell in allen Richtungen, aber sehe keinen Feind. Wenn es einer gewesen wäre, hätte es mich ebenso längst erwischt.

    Auch wenn es länger her ist, erinnere ich mich an einem Erste-Hilfe-Training, das jeder in der UEE Navy lernt.

    Nur steht mir eins nicht zur Verfügung, eine Mund zu Mundbeatmung, da hier keine für Menschen lebensfreundliche Atmosphäre vorherrscht. So zücke ich das Medpen, das ich bei mir habe heraus und sehe als einziges Mittel auf, dass ich zugreifen kann. Ich initialisiere es über seinen Arm und hoffe, dass es seine erwünschte Wirkung hat. Falls es was Schwerwiegendes ist, bleibt nur ein Krankenhaus.

    Erst höre ich ein Stöhnen von ihm und dann ein Klagen:“ Ah, diese Kopfschmerzen..“Er öffnet die Augen mit einem von Schmerzen geprägten Ausdruck. Dann steht er auf und stöhnt dabei.

    Der Wissenschaftler schaut in die Richtung der Gaskanister und sagt dann fluchend:“ Ah, verdammt Xenon-Gas ...“ Weiterhin spekuliert er, ob sie Drogen herstellen.

    „Aber wie kommt das bitte in den Helm hinein.“ Frage ich verwundert.

    „Ich muss es berührt haben...Warum waren wir hier nochmal.“ Ich erkläre es ihm kurz und er antwortet nur:“ Gut dann folge ich ihnen am besten.“

    Wir wagen uns immer tiefer in der Höhle hinein Umgebung von ihren felsigen Gängen, die sich hier gebildet haben.

    Dass wir noch keinen begegnet sind, macht, mich immer mehr unruhiger. Während wir uns vorsichtig nach unten tasten und mit meinem Sturmgewehr im Handschlag frage mich, wo denn die Piraten sind, die ich erwarten soll. Ich hoffe, sie lauern uns nicht durch Schlupflöcher oder sonst wo auf. Nicht zu wissen, wo der Feind ist, kann schlimmer sein als der direkte Feindkontakt.

    Ich erwähne es gegenüber ihm und er antwortet nur:“ Ich wäre froh, wenn ich hier unten nicht einem Feuergefecht ausgesetzt sind.“

    Immer tiefer wagen wir uns in die Hölle. Schon schwirren offenbar kleine Insekten in der Höhle herum, den ich sehe fliegende leuchtende Partikel die durch die Höhlengänge in der Luft schweben.

    Es folgt ein steiler Abhang. Die Person, die mich begleitet, spricht ihre Bewunderung über die Höhlenformation aus. Ich hätte vielleicht ein Auge dafür, wenn hier nicht potentielle Feinde an jeder Ecke lauern könnten.

    Dann macht er auf was aufmerksam.

    „Sehen sie die Leuchtstäbe dort. Stammen die von ihnen?“

    Tatsächlich sehe ich sie kurz darauf. Und es lila leuchtende Stäbe die an den Seiten hängen mit einem kleinen Lagerplatz von Kisten die herumstehen. Aber abermals sind hinter dem Felshang keine Feinde. Wir müssten schon an die 100 Meter tief sein. Es ist, als würde uns die Höhle immer mehr verschlucken.



    Dann horche ich auf, als ich auf der Seite eine Anzeige auf meine HUD gelb aufleuchtet. Meine Sauerstoffvorräte sind auf 32 %.

    Ich halte sofort inne und mir stockt der Atem. Offenbar gibt es ein Defekt in meinen Anzug, aber wird, sind noch nicht am Ziel angekommen.

    Einzelne kleine Felssteine kullern irgendwo den Felswänden herunter und dann erst bemerke ich, wie ich von meinem Begleiter befragt werde:“ Was ist denn los?“

    Ich erkläre ihm, dass meine Sauerstoffvorräte runtergehen, aber doch nicht so schnell wie im ersten Moment befürchtet. Noch sind sie stabil.

    Ich entscheide, für uns weiter vorzustoßen, aber das mulmige Gefühl lässt mich nicht los.

    Ohne Sauerstoff geht das Leben sehr schnell vorbei. Ich darf, nicht zulange, hier in der Hölle verharren.

    Immer tiefer verschluckt uns die Hölle und dauerend höre ich, wie mein Begleiter sich für die Flora begeistern kann.

    Dann müssen wir über einem niedrigen Abgrund springen, eine Felswand überwinden und uns durch einen niedrigen Gang kriechen, wo nur knapp über uns ein Fels ist.

    Kein Ort für Personen mit Platzangst.

    Inzwischen sinkt mein Sauerstoffvorrat auf 26 %. Das ist kein gutes Zeichen. Wir kommen in einem großen Hohlraum an, wo Lichter an der Decke sind und wurzeln sich durch die Felswand herausstoßen. Die gespenstische Stille hält weiter an, nur vereinzelt nehme ich wahr wie Steine runterkullern. In einem weit größeren Höllenholraum sehe ich dann ein Licht. Es könnte endlich das ersehnte Ziel sein. In der Mitte des Hohlraums ist eine säulenartige Felswand und dann erblicke ich einige Gestalten:“



    Vorsicht, ich sehe unbekannte Personen vor mir.“

    Es können nur die Piraten sein. „Was soll ich tun?“ Fragt mich mein Begleiter.

    „Bleiben sie wo sie sind. Ich kümmere mich darum.“

    Langsam schleiche ich mich von Rechts und erblicke durch die Standlichter, wie sich eine Gestalt umschaut in ihrem EVA-Anzug und einem Sturmgewehr in den Armen. Auf was sie auch immer hier unten warten, ich hoffte, auf die Besucher warten sie noch eine Weile.

    Da ich im Dunkeln stehe, kann er mich nicht sehen und ich mache mich bereit. An der Seite sehe ich zwei weitere Gestalten, die in eine andere Richtung schauen. Ich muss die Chance schnell ergreifen, denn die Geschosse werden meine Position sofort verraten, wenn sie in die Richtung blicken.

    Ich atme kurz einmal aus und dann wieder ein und halte dann meinen Atem zurück. Mit dem Sturmgewehr ziele ich auf den Piraten und drücke ab. Der Rückstoß wirft mich ein paar Zentimeter zurück, aber ich treffe erfolgreich. Die Geschosse treffen am Kopf und er bricht sofort zusammen.

    Panisch schauen die beiden anderen in die Richtung ihres Kameraden. Ein Grinsen kann ich mir nicht verkneifen, den sie sind zu spät. Die Dunkelheit ist mein bester Verbündeter.



    Plötzlich sehe ich einen anderen Schuss, der offenbar von meinen Wissenschaftsbegleiter kommt. Er nähert sich von Links und schießt mit seiner Pistole.

    „Was machen sie da.“ Ruf ich ihm, aber offenbar hat er Glück, den er trifft einen weiteren Piraten.


    Der Letzte dreht sich zu ihm um und ich muss schnell handeln. Sofort ziele ich auf ihm und drücke ab. Einige Geschosse gehen daneben, aber ich kann ihn gerade noch rechtzeitig ausschalten. Ein Seufzer der Erleichterung entfährt mir.


    „Nah, das lief doch wie geschmiert.“ Spricht mein Begleiter zu mir in entspannten Ton.

    Leicht angefressen antworte ich ihm:“ Sie hätten bleiben sollen, wo sie waren, das hätte schiefgehen können.“


    Ich nähere mich der Leiche, aus deren Einschusslöchern Blut raus sickert. Durch die niedrige Gravitation und der dünneren Atmosphäre beginnt das Blut selbst in diesen relativ niedrigen Temperaturen zu kochen. Ich untersuche ihn und stelle fest es ist wohl das gesetzte Ziel, das ich bekommen habe. Sobald ich raus bin, kann ich wohl bestätigen, dass der Auftrag erledigt ist. Jetzt muss ich nur noch mit meinen begrenzten Sauerstoff hier heil rauskommen. Die Möglichkeit, nachzuschauen, was in den Kisten ist die hier herumstehen, oder den sonstigen Gegenstände, fehlt mir so oder so die Zeit.


    „Gut dann gehen wir hoch.“



    Wieder durch die engen Gänge, kommen wir in dem größeren Hohlraum davor an. Wir versuchen, den Weg nach zurück zu ermitteln, aber als ich einen kleinen Felsgang benutze erweist es sich als Sackgasse.

    Auf erschreckenderweise wird mir klar, dass ich Erfahrungen habe im Navigieren im All, aber es hier mir nicht viel nützt. Mein Sauerstoffvorrat ist nun bei 20 %. Ab 10 % werde ich die ersten Effekte merken eines erhöhten Kohlenmonoxidgehaltes. Verstärkte Müdigkeit und verstärkte Orientierungsgehalt dies musste ich selber schonmal am eigenen Leibe erfahren, die verwechselend ähnlich sind zu Symptomen zu der Übermütigkeit.

    „Da sehen sie, da sind wird doch durchgekommen.“ Er verweist auf einen engen Felsgang, wo eine steile Wand hochführt. Gerade noch ausreichend, um hinaufzuklettern.

    Offenbar ist er geübter darin, denn ich tue mir nicht so leicht mich der Felswand hochzuziehen.

    Dann erblicke ich einen vertrauten Anblick, als wir durchkamen. Offenbar sind wir auf dem richtigen Weg.

    Der Felsgang führt nach oben und ein Stein fällt mir vom Herzen. Wenn wir schnell genug sind, werden meine Sauerstoffvorräte noch reichen.

    Es ist noch ein langer und mühsamer Weg, aber als mein Anzug meldet, dass die Temperaturen steigen, weiß ich wir sind nicht mehr den Ausgang weit entfernt.



    Licht strömt von außen hinein. Mein Sauerstoffvorrat ist auf 14 % Prozent gesunken. Die Anzeige verfärbt sich schon in das Rötliche und der Anzug warnt mich vor erhöhten Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.

    Dann blicke ich auf die Oberfläche vor dem Höhleneingang und unseren beiden Schiffe.

    Schnellen Fußes begebe ich mich in das Cockpit meiner Superhornet und fahre mein Schiff hoch. Der Sauerstoff wird aufgefüllt.

    Erleichtert entspanne ich mich und mein Begleiter fragt mich, ob ich ihn begleiten würde nach Port Olisar. Ich stimme dem zu und setze da während an Kumar die Nachricht ab, dass der Auftrag erfolgreich gelaufen ist. Was auch immer sich dort unten befunden hat für Subin interstellar, dass es für sie äußert, wichtig ist. Vielleicht wertvolle Mineralien vermute ich.

    Im Flug erfahre ich, dass mein Begleiter James Wright heißt und aus Microtech stammt. Wie die Wege sich immer wieder treffen in Weiten des Alls. Wo Joe geblieben ist, wüsste ich aber weiter gerne, doch das bleibt mir weiterhin verborgen...