Kapitel 13 - Enthüllung

  • Nathan trifft auf Kjeld Stormarnson, Thance McMarshall, Cearun und Root auf Port Olisar. Nachdem Nathan um die Hilfe bittet bei der Entschlüsselung machen sich sie sich zu dritt heran den Datensatz zu knacken. Die Erkenntnis aus diesem Versuch  hat eine unerwartete Tragweite...


    Langsam stehe ich auf von meiner Kajüte auf Port Olisar. Sie hat kaum mehr Platz als eine Stube auf einer Idris für die Besatzungsmitglieder. Genug um einige Tage zu übernachten, aber kaum auszuhalten für mehrere Wochen außer man ist dazu gezwungen, oder über den Tag mit etwas schwer beschäftigt.


    Die in türkises gefärbtes winziges Wohnquartier enthält nur noch einen kleinen Tisch und im Bettbereich ein Bild von Shanghai.


    Ich nehme mir ein kleines Brot zum Frühstück und begebe mich hinaus auf dem Flur, wo sich regelmäßig mehrere solcher Wohnquartiere einreihen. Kurz schaue ich in mein Mobiglass hinein, doch eine Antwort ist mir Kjeld immer noch schuldig. Ist was vorgefallen? Ich kann es nur erahnen. Joe hat mich gestern noch informiert, er wolle sich noch in Stanton umschauen. Er müsste noch eine wichtige Sache erledigen. „Ich muss wohl zum Admin Office. Vielleicht kann man mir hier weiterhelfen.“ Denk ich mir. Was anderes bleibt mir sowieso nicht übrig. Auf der beengten Station, folge ich der Treppe, die mich eine Etage nach unten führt, wo sich das Herz der Station befindet für den Besucherbereich. Mehrere kleine Läden sind in diesen Bereich verteilt und in der Mitte eine holografische abstrakte Darstellung von Stanton und darunter befinden sich Terminals, wo man seine Schiffe anfordern kann.


    Immer wieder kommen Durchsagen einer weiblichen Stimme durch, die in diesem ausladenden Raum hallt.

    Ich folge ohne Hast den Bereich zum Admin Office. Ein Mann im langarmigen, dunkelgrauen Shirt steht an der Theke und ich frage ihn an:“ Hallo, ich habe ein Problem mit mein Mobicall. Evtl. könnten sie ja für mich die notwendigen Betreiber für das Mobinet in Crusader anfragen, den ich erreiche eine Person nicht. Die Person heißt Kjeld Stormanson. Können sie mir da aushelfen?“


    Zu meiner Enttäuschung antwortet er grimmig: "Dafür ist gerade nicht die Zeit“

    Ich wollte ihm deswegen schon, anfahren, doch da kommt eine Person hinter ihm zur Erscheinung, die mir nicht davor aufgefallen ist.


    Die Person trägt eine weiße Rüstung, die nur an den Verbindungsstücken an den Gliedmaßen dunkelschwarz ist und an den Händen. Ein 30-jähriger Mann blickt zu mir mit gestriegelten, gelben Haaren.


    „Entschuldigen sie, habe ich gerade richtig gehört, sie hätten gerne Kontakt zu Kjeld Stormanson.“


    „Ja, das ist so.“ Beantworte ich ihm und bin überrascht, dass ihm der Name was sagt.


    „Kommen sie kurz in das kleine Büro. Das Personal kennt mich schon. Sie können hinein.“ So führt er mich in das kleine Büro, das sich hinter der Theke befindet, das Ablagen enthält, einen Computer zur Bedienung und auch Kisten unter dem Wandtisch, der sich um den halben Büroraum zieht.

    Als ich hineingelangt bin, fragt mich die unbekannte Person, woher ich Kjeld kenne.

    Als ich zum Ende gelangt bin, wie es zustande gekommen ist, erwidert er amüsiert:“ Ja, so kennt man es von Kjeld. Um mich mal vorzustellen. Ich bin Thane McMarshall. Ich bin ein Bekannter von Kjeld, eigentlich sogar ein Freund ...“, das überrascht mich, doch er setzt unbeirrt fort:“...wissen sie Kjeld, ist auf Grimhex und bei meiner Position auf Microtech ist das so eine Sache, aber ich kann ihnen den Kontakt herstellen. Ich kann bei ihm mal nachfragen, ob er gerade auch könnte.“

    Erleichtert bitte ich darum und stelle mich ebenso kurz vor.


    Dann kontaktet Thane Kjeld und während sie mit einander im Funk miteinander reden fragt dann Thane mich:“ Wollen sie Kjeld persönlich begegnen, oder geht es auch über den Funk?“


    „Nein, lieber nicht. Ich kann es ihm nur persönlich mit ihm besprechen. Über das Mobinet ist mir das zu unsicher, dass nicht ein dritter davon ungewollt was mitbekommen kann.“


    „Ich verstehe. Ja, Kjeld es wäre wohl besser für ihn, wenn du persönlich vorbeikommen könntest. Wir sind auf dem Struct C....“ Thane wartet kurz die Antwort ab und eröffnet dann mir:“ Ok, Kjeld kann in 20 Minuten da sein. Solange können wir ja noch ein bisschen quatschen, wenn sie wollen.“


    Wir begeben uns zu einen der Aussichtsfenster, wo draußen auch einige Schiffe verkehren, so kommen wir im gegenseitigen Gespräch hinein, wo mir Thane eröffnet, dass er beim Sicherheitsgewerbe auf Microtech tätig ist. Ich enthülle ihm, dass ich noch nicht, solange im Stanton System bin.


    „Wissen sie, obwohl ich im Sicherheitsbereich tätig bin, bin ich, aber nicht unbedingt scharf auf Raumgefechte. Das überlasse ich wenn möglich anderen. Was fliegen sie denn so, wenn wir schon dabei sind?“


    „Bei mir ist meistens die Gladius, auch ein paar mal die Misc Freelancer und ich erwarte in kürze noch eine Anvil Super Hornet.“ Beantworte ich ihm.

    „Interessant, die Freelancer kenne ich tatsächlich. Sie ist ja leicht verschrien. Aber nunja, den Raumkampf wie schon gesagt, lasse ich lieber mit jemanden anderen der erfahrener ist“


    Auf meine Frage, ob er auf Microtech wohnt, er es aktuell nicht tut und stellt mir die Frage gleichermaßen neugierig, woher ich komme.


    „Von der Erde.“ „Ah interessant...tatsächlich war ich nie dort. Nichtmal mit meinen Eltern.“

    „Ich verstehe. Es ist verblieb nicht mein einziges Sytem. Ich konnte auch das Kilian System betrachten“. Da geht Thane auf, das ich in der Navy war und ich bejahe es. Ich erfahre noch von ihm, dass er mal eine Zeit lang auch in der Navy war. Dies ist aber auch schon länger her.


    Im weiteren Verlauf fällt uns auf, dass offenbar die Station auf irgendwas draußen schießt. Wir fragen uns, was draußen sich tut, dass sich die Verteidigungsmaßnahmen der Station aktivieren, aber wir können kein feindliches Schiff draußen erkennen, das herumfliegt.



    Immer noch warten wir auf Kjeld und so nutzt Thane die Zeit dazu, um eine Geschichte aus Microtech zu erzählen:“

    Es gab diese Satellitenveranstaltung der Expo auf Microtech, das haben sie sicherlich mitbekommen. Und diese Satellitenveranstaltung hatte ich natürlich auch viel zutun und an einem Tag haben so ein paar Leute kommandomäßig diese Anlage gestürmt. Nachdem wir herausgefunden, dass es nur Spielzeugpistolen war, ich kann ihnen sagen, das war ein Theater um, den wir uns kümmern mussten.“

    Ich bin etwas überrascht und antworte dem verweisend:“ Das hätte ja böse ins Auge gehen können.“


    „Ja, das können sie mir glauben. Nun alle haben gut reagiert von meinen Team und wir konnten es noch ohne größeren Schaden beenden. Ich frage mich nur was in den Köpfen von ihnen durchging. Die Spielzeugwaffen sind ja nicht verboten, da greift die Poltik auch nicht ein.“


    „Ja, Politik ist so eine Sache für mich, als ich gedient habe, da macht man sich nicht so viele Gedanken darüber. Wenn das auch kurios für manchen anmutet, schließlich als Soldat kommt man schnell zwischen den politischen Streitigkeiten.“


    „Ja, das ist wohl war. Hier in Stanton rückt auch die Politik etwas im hintergrund, schließlich bestimmen hierbei vorallem die Konzerne die Richtung“ antwortet mir Thane. Dann wird er wieder angefunkt und öffnet das Mobiglass. So erfährt er, dass nun Kjeld kommt, und offenbar nicht alleine herkommt.


    Weiterhin bewegen sich Schiffe wie eine Constellation zwischen den Ringen der Stationen und die Bürger der Station geht unbeschwert weiter ihren Alltag nach.

    „Sie sollten in Kürze wohl auch da sein. Immerhin ist es nur ein kurzer Flug von grimhex zu Port Olisar. Hatten sie eigentlich noch was danach vor?“


    „Nunja, ich hatte da keine größere Planung. Vorerst würde ich gerne das Anliegen mit Kjeld erledigt wissen. Es hätte eine gewisse Eile und ich würde es ungerne überdas Mobi funk lösen.“

    „Nun dann sollte es ja nicht mehr lange dauern.“


    Kaum ist das ausgesprochen, schiebt sich ein Schiff aus der großen Fensterfront neben uns in das Blickfeld. Es für mich ein unbekannter Schiffstyp, vor allem die Außenhülle ist in einem dunklen schwarzen Farbton mit einer goldnen Linienverzierung verkleidet. Es hat ein kompaktes Design und ist abgeflacht an seinen Ecken. Es hat zwei Flügel offenbar an beiden Seiten und das Cockpit ist nach vorne ausgerichtet mit einem nach unten geneigtem Fenster. Das Schiff ist nicht viel länger als eine Freelancer, aber umso wesentlich breiter.

    Das Schiff stoppt im Vakuum direkt vor der Station, offenbar setzt es nicht zur Landung an.


    „Oh, das könnten sie sein. Ich sehe auch welche rausschwimmen. Haben die keine Landerlaubnis bekommen?


    Zwei Gestalten in EVA-Anzügen kommen aus dem Schiff heraus und landen auf das Landing Pad. Sie nähern sich mit gemächlichen Schritten den Luftschleusen.



    Ich nutze die Gelegenheit und lege mir schon meinen EVA-Anzug an, der leicht bestückt ist und grün gefärbt ist.


    Kaum bin ich fertig und stoße wieder zu Thane zu sehe ich wie gleichzeitig Kjeld reinkomt und Thane ihn begrüßt:“ Ah, wenn ich sehe ich da einen kleinen Kjeld Stormanson, der mir entgegenkommt und langsam größer wird.“ Kjeld nehmt es auf die leichte Schulter und grüßt ihn freundlich:“ Ein kleiner Stormanson. Nah, Thane wie geht’s? Ich habe übrigens meinen Wolfsoffizieranwärter Root dabei und Jagdoffizier Cerun sollte auch gleich da sein.“

    Zum ersten Mal sehe ich Kjeld ohne einen Helm der sein Gesicht verdeckt. Er ist wohl noch relativ jung, als 20-Jähriger und hat wie Thane einen gestriegelten Haarschnitt.

    Kaum gesagt stoßt die zweite Person, namens Root hinzu, die zu Thane ruft:“ Ah, Hallo Herr MacMarshall.“ „Ah, lang nicht mehr gesehen. Wie steht es so?“ Fragt ihn Thane.


    „Ach ganz gut.“


    Da erkenne ich Root wieder. Ich bin ihm offenbar zusammen mit Kjeld schon begegnet. Als ich in dieses Schlamassel hineingeraten bin im Orbit des Mondes Yela.

    Dann fokussiert sich Kjeld auf mich und erinnert sich:“ Ah, Herr Aasada, so sieht man sich ja wieder. War es nicht letztens bei Arccorp?“

    Ich antworte überrascht:“ Nein, das war nicht zuletzt dort. Es war eigentlich im Orbit von Yela.“


    „Achja, stimmt. Bei Arccorp haben wir ja diesen Joe getroffen mit Davos.“ Wer ist Davos, denke ich mir. Offenbar jemand, den ich wiederum nicht kenne.


    „Und wie geht es dem Joe so?“ Fragt mich Kjeld.


    „Er ist gestern aufgebrochen, nach Arccorp. Wollte wohl dort was erledigen.“ Beantworte ich ihm.

    Kurz gehen sie auf die Sache mit Davos, doch dann setzt Thane ein:“ Ich muss noch was schnell schauen.“


    „Ah, gut. Root kannst du nach Cherun schauen. Ich werde mich noch kurz dann mit Herr Asada besprechen.“


    „Alles klar“ und geht von uns weg, so dass wir nur noch zu zweit sind.


    „Gut, dann können wir loslegen. Also was wollten sie von mir?“ Eröffnet mir Kjeld.


    Ich erkläre ihm, worum es geht und zwischenzeitlich fragt Kjeld, ob es sich um eine Blackdata handelt. Darauf zeige ich ihm den Datenträger.

    So erklärt mir Kjeld:“ also ich würde tatsächlich jemanden kennen, der darin ein Spezialist. Ich kann mir der Sache annehmen. Ich würde es mir kurz mal anschauen, sie können sich zu den anderen begeben.“


    Darauf wendet er sich von mir ab und ich schlendere durch die Station. Auf der anderen Seite, des Deck sehe ich wie Thane, Root und Cearun eine Constellation, dass über dem Landingpad schwebt beobachten. Ich geselle mich dazu, halte mich Geländer vor den großen Panoramafenstern. Man kann den Gasriesen Crusader hinter der Station erkennen und eine Constallation die Flugmanöver über dem Landingpad versucht.


    „Was der Pilot wohl vorhat“ kommentiert es Thane belustigt.

    Die Constellation senkt sich nach unten ab und landet dann hart auf. So hart, dass ich eine leichte Vibration spüren kann am Geländer.


    „Nah, das war ja wohl fast ein Versuch einer Bruchlandung.“ Amüsiert sich Root.

    Kjeld erreicht uns dann mit dem Datenträger und wir versammel uns um ihn, wo mir Kjeld nachdenklich eröffnet:“ Interessante Verschlüsslung, muss ich sagen.“


    „Worum geht es eigentlich?“ Fragt Thane. „Oh hat er dir noch nichts davon erzählt?“ Fragt Kjeld. „Ja, gut dann würde ich sagen wir sammeln uns im Büro“

    Gesagt, getan begeben wir uns hinter der Admintheke in das kleine Büro. Für uns zu fünft, wird es eng im Büro, irgendwie passen wir aber noch rein.

    So übernimmt Kjeld wieder die Führung „Also Herr Asada hat es mir gegeben, zum entschüsseln, da er da Hilfe bräuchte von jemanden, der sich damit auskennt. Das Interessante ist finde ich das ein vertifiziertes Microtech Produkt ist. Die Verschlüsselung erinnert mich was ich schonmal auf dem Schwarzmarkt gesehen habe. Wisst ihr vielleicht, ob wir gerade Zero erreichen könnten?“


    Alle anderen Verneinen es und dann fragt mich Kjeld:“ nun, wo haben sie es her. Wir sind ja unter uns?“

    Da halte ich kurz inne und frage mich, ob ich das tun soll? Immerhin bin ich Kjeld und Root nur einmal davor getroffen und den Rest nicht. Es erscheint mir etwas riskant. Immerhin kenne ich sie nicht näher. Sie schauen mich weiter erwartungsvoll an und im Hintergrund begrüßt der Mitarbeiter beim Admin jemanden. Da gebe ich mir den Ruck und erzähle ihnen betreffend des Hackerangriffes auf Hurston, von ihm beauftragt bin und woher der Datenträger stammt. Alle sind etwas überrascht und verwundert. Misstrauisch fragt Root zwischendrin:“ Und ihnen traut er?“


    Als ich zum Ende kam schauen alle etwas übertölpelt und Kjeld und Thane erwähnen, ob ein Zusammenhang zu einem anderen Cyberangriff besteht und den Ausfall was Thane Echo nennt. Es klingt für mich nach einem Programm, aber es sagt mir nichts.


    „Also wir können schauen, dass wir Zerosense da auftreiben. Er wäre der richtige Mann dafür.“


    „Aber sollen wir Zerosense das wirklich weitergeben. Wer weiß, was da drauf ist und was er damit anstellen könnte.“ Erwidert Root kritisch mit erhobener Stimme.


    „Ich denke wir können ihn da vertrauen. Ich kenne ihn inzwischen ein bisschen.“ Fügt Kjeld hinzu.


    „Können wir sonst noch was tun?“


    „Ich hätte da keine Idee. Ich bin aber noch nicht so lange im System.“ Erwidere ich darauf. Doch da kommt Root auf eine Idee:“ Vielleicht gäbe es auf Microtech die Rechnerkapazitäten um ein solches Ding zu brechen.“


    „Das stimmt. Da wäre evlt. Was möglich.“ Fügt Thane hinzu.

    Darauf meldet sich Cearun und informiert alle das er nach Grimhex muss. Wir verabschieden uns von ihm und da sind wir nur noch zu viert.


    „Am besten wir nehmen wieder die Crusader Starrunner. Asada waren sie schon mal auf einem Schiff diesen Types?“ Fragt mich Kjeld. Ich verneine es.

    „Ich könnte mir vorstellen, dass könnte ihnen gefallen.“



    Darauf begeben wir uns zu der dunkelgeschwärzten Starrunner. Ich ziehe mir meinen Helm auf und wir treten hinaus auf die Landingspads. Auch Root muss dann unerwartet sich verabschieden. Noch was erledigen, so dass wir nur noch zu dritt sind.

    Die Ladeklappe des Schiffes fährt heraus und es besitzt eine großzügigere Ladefläche, als man es von außen vermutet. Bisher die größte, die ich bisher erblicken konnte für ein ziviles Schiff. Wir steigen zu dritt herauf und Thane lässt die Ladeklappe hochziehen. Luft strömt ein und eine gewohnte Geräuschkulisse kehrt ein, wenn kein Vakuum vorherrscht. Die Innenwände sind in einem hellen Weiß und haben eine glatte Oberfläche, wodurch sich leichte Spiegelungen ergeben. Die Verkleidungen sind abgekantet, dass Schiff wirkt einerseits sehr sauber, aber ebenso auf das pragmatische ausgerichtete Industrielle reduziert.


    Ich hatte bisher keine Erfahrung mit dem Crusader Design. Es hat dennoch einen sehr eigenen Stil für sich und was Elegantes, muss ich für mich Festellen.

    Wir folgen einen Lift, die zu einer Tür führt, wohinter sich einen Raum mit mehreren Abzweigungen befindet und prominent offenbar mehrere Serverrechner befinden. Ist dieses Schiff für Datarunner gedacht?“ Kommt es mir in dem Kopf. Eventuell sollte ich darüber noch nachschauen. Ich setze wie die anderen meinen Helm ab und rieche einen süßlichen Geruch. Das offenbar von den Filtern des Schiffes stammt.


    „Ich gehe in den Erholungsraum. Wer weiß, wer als letztes dort die Schachfiguren aufgestellt hat.“ Sagt uns Thane. Kjeld kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er führt mich zu der Brücke, wo uns ein gerader Gang und zwei Türen trennen. Das Brückendesign ist einer bisher ungewöhnlichsten, abgesehen von einer Reliant, dass ich bisher in meinen Leben gesehen habe. Einerseits fühlt es für mich unglaublich platzverschwenderisch an, denn nach hinten wären wohl locker 2 Reihen für 2 Sitze noch möglich. Der Piloten und Copilotensitz sind erhöht und die dazu benötigen Stühle fahren hoch auf einer Ebene, die nur halb so hoch ist wie ich selbst und mit einem silbrigen Boden verkleidet ist.


    „Sie können uns ja nach Microtech fliegen, Asada. Ich möchte gerne noch was mit Thane besprechen. Achja, vielleicht wenn sie wollen, können wir auf das Du zugreifen.“


    „Ich hätte kein Problem damit.“ Beantworte ich ihm.


    „Sehr gut, dann viel Spaß noch dabei.“


    Ich setze mich auf dem Pilotensitz und starte das Schiff. Zumindest eines ändert sich nicht groß. Egal welches Schiff und welche Konfigurationen am Armaturenbrett. Sie sind fast immer sehr ähnlich, solange es sich um menschliche Schiffe handelt. Die Antriebe fahren hoch und ich gebe dem ATC von Port Olisar die Meldung, dass ich starte.

    Darauf lasse ich das Schiff abheben und beginne mit dem Anpeilen auf Microtech.

    Der Quantumtravel aktiviert sich und schon gleiten zum anderen Ende des Sternensystems.


    Es ist ein gemächlicher Flug und mich meinen Gedanken hingeben, als der Stanton Stern langsam an mir vorbeizieht.

    In nur 10 Minuten erreichen wir Microtech. Erst ist es nur ein kleiner weißer Punkt, der schnell wächst und vor mir die ganze Sicht einnimmt.

    Er wirkt wie eine übergroße Schneekugel, durchbrochen nur von hell-blauen Flächen, dass sich um gefrorene Seen handeln muss. Aber auch einige Grüne sind sichtbar, sowie bräunliche und graue Flächen, vornehmlich auf der Äquatorhöhe. Offenbar ist nicht alles auf dem Planeten vereist.


    Ich kenne Microtech bisher nicht. Vom Konzern habe ich natürlich schon einiges gehört. Das Mobiglass selber stammt von dem Konzern und sie sind bekannt für die ihre Forschung der KI und ihrem können auf dem Gebiet.



    Ich kenne Microtech bisher nicht. Vom Konzern habe ich natürlich schon einiges gehört. Das Mobiglass selber stammt von dem Konzern und sie sind bekannt für die ihre Forschung der KI und ihrem können auf dem Gebiet.

    Kjeld kommt dann zu mir und fragt mich:“ Alles klar bei dir Nathan.“


    „Ja, es läuft alles ruhig hier. Nicht das gerade hier viel außergewöhnliches passieren würde.“


    „Tja, man kann wohl auch die ruhigen Momente brauchen. Ok, ich gebe dir jetzt die Koordinaten. Es müsste auf das Schiff UI transferiert werden.“ Tippt er auf die Tasten des Copiloten.

    Ich setzte zum Sprung ein, doch dann lässt mich Kjeld innehalten:“ Bevor wir springen, komm mit mir nochmal nach hinten. Ein Wasser trinken. Dann kannst du auch den Erholungsraum des Schiffes sehen.“


    Beide steigen wir aus den Sitz heraus, davor habe ich noch auf Autopilot gestellt. Neugierig schaue ich mich um und eine Seitentür führt in einen kleinen Aufenthaltsraum. An einer Ecke ist eine rote Eckencoach mit einem Schachbrett davor. Hinter der Coach befinden sich mehrere Regale mit Büchern. Auf der rechten Seite von der Tür ist eine kleine Küchentheke, mit einem Waschbecken, Kaffeemaschine und weiteren Geräten. Die Oberfläche der Theke selber ist in einem dunklen Schwarz und spiegelt leicht.

    Dann eröffnet mir Kjeld:“ nun die Beerfrist, die ist schon gemütliches Schiff. Jedenfalls mir Lieber als auf Grimhex?“

    Ich frage darauf prüfend:“ Du lebst auf Grimhex?“


    „Ja ich lebe auf Grimhex. Hierbei die Wasserflasche. Ich denke du wirst auch langsam ganz durstig.“


    Dankend nehme ich es an und bin immer noch nicht sicher wie ich dazustehen sollen, als wir Kjeld mir bestätigt, dass er auf Grimhex lebt.

    Offenbar geht er nicht näher darauf ein und fragt nach:“ Also ich verstehe es richtig? Es gab einen Hackerangriff auf Hurston Dynamik und die Hurston Security hat dich beauftragt rauszufinden, was auf dem Chip ist ?“


    „Nunja, von Konstantin Hurston halt. Er traut seinen eigenen Mitarbeitern nicht mehr. So kam ich ins Spiel bzw. strenggenommen das Familienunternehmen, von dem ich abstamme.“


    „Ok also von der Hurston Familie?“


    „Ja.“ Antworte ich Kjeld.


    Darauf kommt Thane wieder in den Raum und schaut auf das Schachbrett. Er nimmt eine Schachfigur und spricht zu Kjeld in Erinnerung schwelgend:“ Weißt du noch die letzte Schachpartie, die ich mit Bru hatte? Das war ganz spannend. Leider konnten wir es nicht zu Ende führen.“


    „Wer glaubst du hätte gewonnen?“ Fragt Kjeld.


    „Das wäre für Bru ziemlich eng geworden, aber Chris konnte ihm noch gut helfen. Die Zeiten des Schaches ist, aber auch schon eine Weile her für mich.“ Erwidert Thane erheitert.


    „Ok dann würde ich sagen wir fliegen nun zum Datencenter. Thane du kannst mir in den Cockpit folgen und Nathan du kannst ja hier verweilen, während wir es anfliegen.“ Erklärt mir Kjeld.


    Ich nicke nur und mache es mir auf der Wandcoach bequem. Alleine im Raum schaue ich mir das Schachbrett an und lasse meine Gedanken gehen.

    Ein seltsamer Zufall, wie ich immer wieder auf Leute im System treffen. Schon fast fühle ich mich an meine Zeit in der Navy erinnert. Zumindest Kjeld erinnert mich an seine Art und Weise an jemanden, der Erfahrung hat zu befehlen und eine Gruppe zuleiten.

    Es erinnert mich an einen bekannten Spruch, den ich in der Akademie noch kenne. Wer lernen will zu führen, muss lernen zu dienen. Eine Sache, die mir auch in der Ausbildung damals eingebläut wurde.


    „Und hast du deinen Spaß. In einem Schiff war wir nie zu Zweit. Es wirkt wie eine übergroße Raumtracker und diese Sitzcoach. Wir hätten schöne Zeiten darauf gehabt.“ Ich Blicke ihr abermals in ihren Augen. Sie sitzt in meinem Geiste auf der anderen Seite der Coach und blickt mich an mit einem schmunzeln. Ich kann es nur erwidern. Gerade wenn ich für mich alleine bin und mich nichts beschäftigt, taucht sie wie ein Geist auf um im nächsten Moment zu verschwinden.

    Ein Rumpeln geht durch das Schiff und sogleich ist sie wieder verschwunden. Überrascht davon stehe ich auf. Es klingt danach, als wären wir gelandet.

    Meine Vermutung bestätigt sich, als Kjeld und Thane gemeinsam im Raum reinkommen und Kjeld beginnt vor uns zu dritt:“ also wir sind etwas abseits von jeglicher Zivilisation. Nathan, wir haben das Ziel geändert. Wir sind nämlich zu einem Ermency Selter geflogen. Wenn uns das Glück wohlbehalten ist, können wir ihn hier vielleicht knacken. Wir sollten nochmal unsere Waffen kontrollieren. Wer weiß, was uns draußen noch erwarten können.“

    An solche Übungen erinnere ich mich zu gut an meiner Vergangenheit und die anderen beiden zücken auch ihre Waffen und kontrollieren sie schnell. Während Thane bemerkt, dass ich und Thane wesentlich schwerer bestückt sind, scheint bei meiner alles Wesentliche korrekt zu funktionieren.

    Darauf begeben wir uns an die Ladeluke und angesichts der Kälte die Thane genannt hat, lasse ich auch lieber meinen Helm auf.


    Als die Luke vollständig geöffnet breitet sich eine weite, offene Ebene aus mit Puderschnee bedeckt bis zum Horizont. Offenbar befinden wir uns auf einen gefrorenen See, denn ich erkenne nicht weit weg von uns einen Wald, der Tannen ähnelt und so voller Schnee bedeckt sind, dass ihre Zweige sich unter dem Gewicht nach unten biegen. Am Horizont ist eine Bergkette, die bis zu den Gipfel mit schneebedeckt sind, und die Abenddämmerung hat eingesetzt, wodurch der Himmel in einem orangen Ton gefärbt ist.

    Es ist ein wunderschöner Anblick, der mich unwillkürlich an die nördlichsten Regionen der Erde erinnern, wenn sie im Winter sie ebenso mit Schnee bedeckt sind.



    Mit angelegten Waffen begeben wir uns raus und schnell meldet mein EVA-Anzug -47° Grad. Lange würde er die Kälte nicht standhalten. Gerade mal eine dreiviertel Stunde. Damit dürfen wir hier nicht zulange verweilen.


    Wir biegen nach links ab und ziehen wieder die Waffen ein. Kjeld hält es, doch lieber am besten, wenn wir nicht mit den Waffen in den Armen herumlaufen. Schließlich könnten wir als Zielscheibe für jemanden enden, der sich bedroht fühlt.

    Ich hoffe, er hat recht. Immerhin kenne ich diesen Ort nicht. Der ganze Planet ist auf eine weise fremd aber auf seine Art auch eigentümlicherweise vertraut für mich.

    Er erinnert mich zu sehr an die Erde.


    Nur wenige 100 Meter entfernt erreichen wir das steile Ufer und müssen uns der Uferabhang hoch angeln. Es ist eine mühsame und anstrengende Erhebung, der Schnee ist dabei keine Hilfe. Schon fast Rutsche ich aus durch vielen Schnee.

    Als wir uns hochkraxeln kommt dann Wind auf und das Schneegestöber nimmt uns immer mehr die Sicht. In kürzester Zeit entwickelt es sich zu einem ausgewaschenen Schneesturm, der unsere Sichtweite einschränkt und der Wind fegt über die Landschaft und an den Bäumen.


    „Das ihr euch nicht aus den Augen verliert!“ Warnt Kjeld. Thane nimmt es offenbar ganz locker.

    Mein Visier beschlagt immer mehr und vereist unter dem Wind. Ich spüre, wie der Wind an meinen Kräften zehrt und gegen ihn ankämpfen muss. Endlich erblicke ich mit den anderen den kleinen Außenposten.

    Es ist einzelnes Gebäude, umringt von seinen Tannen, die im Wind sich hin und her bewegen. Die Lichter dieser winzigen Station erhellen es und erinnert mich wie auf den anderen Monden des Systems an einen Container, nur mit einem Eingang versehen.

    „Ah, der ist von Crusader. Gut, das macht es für uns leichter.“ Vermerkt Thane.



    Da erreichen wir den Eingang und die Luftschleuse reguliert die Temperatur. Mein Anzug meldet Normale Temperaturbedingungen und ich nehme ihn wie die anderen ab.

    Es ein winziger Raum mit einem Hochstellbett, mehreren Regalen wo Kisten stehen und andere kleine Utensilien. Auch ein Medizinkasten hängt auf einer Seite und ein Feuerlöscher. Am anderen Ende des kleinen Raum befindet sich ein Zugangsterminal, an den sich hinbegibt Kjeld und was modifiziert.

    Schon nach kurzer Zeit ist er fertig und deutet auf mich:“ Ja, gut dann können wir es hier probieren. Ich habe den Zugang frei gemacht zum Core Access und mal sehen, ob es funktioniert. Falls Teile geschwärzt bleiben müssen wir es an Zero weitergeben.“

    Ich lege den Datenträger an die Zugangskonsole an und sehe dann, wie das System arbeitet.

    Im Hintergrund bemerkt Thane:“ ich hoffe der Prozessor überlastet nicht beim Entschlüsseln. Ich meine wir sind hier an einen relativ gut gekühlten Ort, passieren kann es trotzdem.“

    „Das wird er schon abkönnen, diese Behälter übrigens...“ Ich höre es nur noch wie ein Hintergrundrauschen, wie sie über einem MTX Chip reden und darüber sprechen. Zu aufgeregt bin ich von dem, was die Antwort sein könnte, dann bekomme ich die gelöste Entschlüsselung und sehe sie auf der Konsole. Es hat offenbar geklappt!

    Doch als ich das Ergebnis sehe halte ich den Atem an. Das kann nicht möglich sein.


    Code
    --//: Code Agency- UEE Advocacy
    Attacke auf Informationszentrum Hurston Dynamik
    Erfolgreich durchgebrochen...Erwarten weitere Anweisungen
    Senden der Daten auf die 
    
    ...weitere Daten erwarten...
    
    Kontakt wird hergestellt...
    
    Operation Crécy wird vollzogen...


    Was hat, die UEE damit zutun? Offenbar wurde nicht alles entschlüsselt. Den Namen von Schiffen scheinen weiterhin gesperrt zu sein.

    Dies konnte die Zugangskonsole nicht brechen. Ich berichte es, Kjeld während Thane auf die Kisten im Regal fokussiert ist. Ich halte einige Mal inne, als ich ihnen von dieser Erkenntnisse berichte. Kjeld vermutet eine Verschwörung dahinter und fragt sich, ob er damit was zutun haben will.

    Wir spekulieren weiter und sie erwähnen weiterhin den Chip und wundern sich, wieso Crusader hier einen Emergency Posten hat.

    Wir entscheiden, uns wieder nach Port Olisar zu begeben und schauen uns nochmal draußen vorsichtig um, als wir uns durch den Schneesturm durchkämpfen.

    Im Flug kreisen meine Gedanken zu sehr um die Enthüllung der Daten. Die UEE, nein sogar die Advocacy daran beteiligt wäre, kann ich mir nicht vorstellen. Meine Überzeugungen für die UEE und ihrem System kommen ins Wanken. Sie setzt sich doch für die Bürger in der UEE ein, also wieso sollte sie sowas tun? Oder hat Hurston was getan, was ihre Aufmerksamkeit bedarf? Was ist hier im Gange und wenn kann ich dann trauen? Die Frage wird mich noch den restlichen Tag beschäftigen und mich in den Schlaf verfolgen...