Kapitel 12 - Ein Wiedertreffen

  • Auf der Reststation Hurl 4 begegnen sich Nathan und Joe wieder. Es ist ein ruhiges Wiedertreffen. Kann Joe ihm weiterhelfen und wie wird die Zukunft der beiden aussehen?


    Fröhlich trillert die asiatische Musik. Der Geruch von Frühlingsrollen hängt in der Luft und in der kleinen Kneipe, hängen chinesische Lampen, die die Lichtfärbung in ein warme rötliche-gelbliche Farbmischung erhellt. Die Verkäuferin lächelt höflich, während sie mir das Getränk überreicht. Sie trägt dabei einen graues T-Shirt mit dem Logo von Big Benny. Schon fast habe ich das Gefühl auf der Erde Zusein. In der Metropolstadt Shanghai gibt es unzählige dieser kleinen Läden.


    Ich setze mich auf die Bank, die daneben ist, in einem schlichten Schwarzfärbung, dass auch bei der Bank entspricht. An der Wand hängen Plakate, wie einem Ice-Cream mit seinem Simile drauf und einem Herz in einer Sprechblase.


    Essstäbchen stehen bereit am Tisch und noch kleine asiatische ausschauende Lämpchen befinden sich auf dem Tisch.


    Rechts von mir, kann man auf die Lobby schauen von Hurl-4, die einen prächtigen Ausblick ergibt, auf die gelbliche helle Weltraumwolke, in der sich die Station befindet.


    Die Station ist relativ ruhig. Ein Umstand um denn ich sehr beruhigt bin. Die Paranoia auf Hurston, dass jeden bei seine Schritte und Aktionen überwacht ging mir unter der Haut. Das Datenpaket habe ich bei mir. Ich fühle mich dabei besser, als wenn ich es im Schiff lasse. Es erscheint mir sicherer. In solchen Zeiten möchte ich ungern auf blindes Vertrauen setzen.


    Dann von der Seite, höre ich:“ Ah, Nathan, so sieht man sich wieder.“ Ich drehe mich zu ihm um. Er ist in seinen schwarzen Raumanzug, der eng anliegt und nur mäßig gepanzert ist, während ich gerade meine Zivilkleidung trage. Mit den roten Augenschlitzen gibt dieser Anzug für mich wie immer ein zwielichtiges Bild ab. Aber immerhin kam er mir schon zweimal zur Hilfe. Ich schaue zu ihm herauf und in meinem Geiste sehe ich ihn, wie er hinter der vermuten Helm lächelt. „Ja, so sieht man sich wieder. „Ich stehe auf und unbewusst halte ich meine Hand an den Datenträger. Möglichst gefasst blicke ich ihm entgegen und sprich zu Joe:“ Nun ja, wir sollten uns eher eine ruhige Ecke suchen.“ So deute ich auf die obere Etage der Lobby. Ohne eine Bemerkung folgt mir Joe. Erst halte ich Ausschau nach einer bequemen Sitzecke, aber überall saßen Personen, was nicht meinem Sinne entsprach. Joe kann sich eine spitze Bemerkung nicht verkneifen:“ Von einem ruhigen Ort verstehe ich was anderes.“


    Ich versuche mich nicht davon beeindrucken zulassen. Ich schaue mich weiter um und erhasche an dem Geländer eine ruhige Ecke, wo sich neben an ein Lichtspiel befindet aus 8 quadratische, regelmäßig aufgebaute Lichtquellen, die immer wieder auf und ab leuchten in einen gelben Farbton. So verweise ich darauf hin und wir begeben uns hin. Im Hintergrund trillert weiterhin die fröhliche chinesische Musik.


    So frage ich nochmal prüfend:“ also ich habe es noch richtig im Kopf. Du wärst interessiert als Partner?“


    „Ja, also ich würde gerne was an Credit verdienen.“ Beantwortet es mir Joe interessiert.


    „Hmm, ok. Also, die Sache wäre dabei folgende. Ich bräuchte jemanden der mir einen Datenpack knacken kann. Es ist verschlüsselt und dabei bedarf es schon einen Profi. Die Verschlüsselung ist äußert stark.“


    Doch da antwortet mir Joe verneinend:“ Nein, das kann ich leider nicht übernehmen. Ich besorge eher Daten. Entschlüsseln überlasse ich jemanden anderen.“


    Sofort hackt Joe nach:“ Worum geht es jetzt aber? Wenn ich dein Partner werde, dann wäre es hilfreich, wenn ich weiß, worum es geht. Und welches Risiko wir hier wohl tragen?“


    „Nun da hast du recht.“ Noch zögere ich kurz, doch dann öffne ich mich: "Das Ganze ist, aber sehr vertraulich. Wir dürfen es an niemanden anderen weitertragen, solange es nicht notwendig ist.“ Und dann erzähle ich ihm die ganze Geschichte, die auf Hurston stattgefunden hat. Zwischendrin fragt Joe, ob es mit den verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zutun, was ich bejahe.


    Doch dann ist er überrascht:“ Konstantin Hurston, wie kommst du zu ihm? Das ist ein hohes Tier in der Geschäftswelt des Waffengewerbes.“ Ich meine ein Ausdruckes, der Herablassung zuhören. Offenbar ist er kein Freund von diesem Konzern. „ Nun das Familienunternehmen, von wo ich stamme, möchte gerne eine Tochterfirma gründen im Stanton System. Dabei war der Gedanke von meinen Agenten, Alian Kumar, schonmal kontakte zu knüpfen und ich später in der Sicherheitsabteilung tätig sein könnte.“ Ich fühle, wie mir Unbehagen in mir aufsteigt, so das ich darüber abschätzig fortfahre:“ mit dem Gedanken kann ich mich immer noch nur teilweise abfinden. Eigentlich weiß ich nicht wirklich, was ich tun will, aber ist es immer noch besser als nichts zutun.“ Ich nehme einen letzten Schluck von meiner mitgebrachten Cola-Dose und werfe sie in einen Mülleimer neben mir. Die Dose poltert im Inneren des Mülleimers runter.


    Als ich zum Ende komme der Erklärung, antwortet darauf Joe:“ Tja, sitzt wohl Huston ziemlich in der Patsche. Wer wohl dahinter stecken könnte?“


    „Tja, da sie einen Maulwurf in ihren Reihen vermuten, trauen sie gerade nicht mal ihren eigenen Mitarbeitern. So hat Konstantin, quasi als Auswärtiger Dienstleister, mir den Auftrag übergeben. Es wäre halt eine große Chance als Trittbrett in das Stanton System als Sicherheitsfirma. Wenn wir es knacken können. Ich musste dazu in einem Bunker eindringen und mich wieder mal in ein Bodengefecht verwickeln lassen. Es war äußert knapp. Um ein Haar hätte es mich am Bein mit einer vollen Ladung getroffen. Auch ein weiterer Grund, wieso ich einen Partner brauche. Es wird mir zu unsicher.“


    „Ich verstehe.“ Antwortet mir Joe.


    „Ich kenne halt keinen der spezialisiert ist in diesem System mit den entschlüsseln von Daten? Du bist länger im System, würdest du eine Person kennen?“


    Joe überlegt und beantwortet dies nachdenklich:“ nun leider niemanden Speziellen. Aber weißt du noch, als wir dich in der Nähe von Yela aufgabeln mussten. Da war doch diese Organisation von Tyr. Wie wäre es mit ihnen?“


    Da kommt es mir auch in den Kopf. An sie habe ich gar nicht gedacht. „Können wir ihnen trauen?“


    „Hast du eine bessere Idee?“ Nein, das hatte ich nicht. Es ist wohl aktuell die beste Wahl.


    „Ok, dann kontaktiere ich Kjeld. Aber am besten in der nähe von Crusader und etwas abseits wenn es geht.“


    „Ja, das klingt ganz vernünftig.“ Stimmt Joe zufrieden ein.


    Wir gehen in die Richtung der Pads zum Auffordern der Schiffe. Immer wieder kommen uns andere Besucher der Station entgegen. Alle wirken etwas Entspannter, offenbar legen sich die Spannung im System langsam. So schnell ist offenbar die Gefahr von Xeno-Threat schon vergessen.


    Während ich meinen EVA-Anzug an lege und mein SMG-Gewehr daran befestigte, ruft Joe sein Schiff auf.


    Kaum haben wir uns am Lift zu dem Pad begeben, wo sein Schiff bereit steht, erkenne ich, es ist die Reliant. Ein Schiff mit seinem ungewöhnlichen Design und Eigenschaften.


    Wir steigen hinein und Joe lässt die Antriebe hochlaufen. Der Ton wird immer höher, bis im Schiffsinneren, das Dröhnen der Antriebe im Rumpf erschallt. Die Reliant steigt hoch und springen dann mit den Quantumtravel in Richtung Crusader.


    Wieder mal ist es ein ruhiger Flug und so nimmt Joe die Gelegenheit wahr:“ wurde deine Freelancer ordentlich repariert?“ So antworte ich:“ Ja, wurde sie. Aber ich hatte noch keine Gelegenheit, sie auszutesten. Ich hoffe, sie klappt jetzt so, wie es sein sollte.“


    „Nah, das dich niemand vor der Nase herumführt, oder?“ Neckt Joe an.


    „Nah, das möchte ich hoffen. Oder ich werde wohl entsprechend reagieren.“ Antworte ich.


    „Du hast mir erzählt, du warst in der Navy. In welchen Squadron hast du den gedient?“ Fragt Joe mich neugierig.


    „Im 126ten. Aber es war nur eine kurze Zeit...“Meine Stimme brecht ab. Wie eine Nadel in meinen Bauch schleichen sich schmerzliche Erinnerungen in meinen Kopf.


    Joe bemerkt es und setzt ermutigend ein:“ Du redest wohl nicht gerne darüber. Nun ich war nie in der Navy, aber auf den Ort, wo ich aufwuchs, kann ich, dir sagen war ich in einem Söldnerunternehmen. Es mag nicht das Training eines Marines sein, aber man lernte auch dort den Kampf im Gefecht.“


    „Wo?“ Frage ich immer noch etwas schwankend.


    „Im Magnus System. Ein hässlicher Ort. Wo Slums und Armut vorherrscht. Tja, der größte Konzern ist dort Drake interplantery. Die haben ihren Sitz dort und die wohlhabenden leben auch dort. Wäre also dort eine Anstellung bekam, hatte noch die besten Jobs dort. Aber sonst ein trostloser Ort. Ich kann mir vorstellen, da ist die Erde schon ein wesentlicher anderer Ort. Ich war ja nie dort, nur natürlich immer was mitbekommen in den Nachrichten.“


    „Die Erde...nun, man sieht und spürt um jede Ecke, das eine tausendjährige Raumfahrtgeschichte hinter sich hat und der Ursprungsplanet der Menschheit ist von Kulturen, bevor sich die Menschheit in die Sterne aufmachte.“ Beantworte ich dies melancholisch.


    „Tja, umso mehr würde ich gerne sie einmal sehen. Vielleicht kann ich mir diesen Traum irgendwann erfüllen.“ Seufzt Joe.


    „Wer weiß, vielleicht ist es nicht mehr soweit.“


    „Wer weiß“ erwidert nur Joe.


    „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ kontere ich. „Auch Armut gibt es auf der Erde.“


    „Aber sicherlich nicht wie im Magnus System, das von Armut und Slums durchzogen ist bis auf Drake Interplanetary. Schau sogar das Sternenreich, in das wir leben, heißt United Empire of Earth. Sie ist der Hauptsitz der Regierung und auch eines der großen Wirtschaftszentren der UEE. Da fließt viel Reichtum und Macht in das System.“ Erwidert Joe anfechtend.


    „Ja, Materiell geht es den Menschen besser dort. Aber es heißt nicht unbedingt, dass man ein glücklicheres Leben hat.“ Erwidere ich bedächtig.


    „Sprichst du aus Erfahrung?“ Fragt Joe neugierig. „Gewiss erweise.“ Antworte ich knapp. Schon ärgere ich mich es angesprochen zuhaben, denn noch fühle mich noch nicht bereit so tief über meine Vergangenheit zureden mit ihm.


    „Kann ich mir schwer vorstellen. In meiner Kindeszeit und Jugendzeit und auch als junger Erwachsener habe ich Kinder in Minen gesehen, Massaker an einfachen Menschen die nur ihr Leben leben wollen. Es war ein unerträglicher Ort. Die Menschen wurden als Objekte behandelt, nicht mehr Wert als ihre Arbeitsleistung, die sie erbringen. Es mag offiziell teil der UEE sein, aber es fühlt sich mehr an als wäre dort der Abschaum der Menschheit versammelt gewesen. Die Wehklagen von Müttern, die ihre Kinder an die Minen abgeben müssen und bei manchen Unfällen dort verloren haben, spucken immer noch in meinen Kopf.“ Joe hält kurz inne. Ich kann nicht in sein Gesicht blicken, doch ich habe das Gefühl ihn bedrückt es.

    Fröhlich trillert die asiatische Musik. Der Geruch von Frühlingsrollen hängt in der Luft und in der kleinen Kneipe, hängen chinesische Lampen, die die Lichtfärbung in ein warme rötliche-gelbliche Farbmischung erhellt. Die Verkäuferin lächelt höflich, während sie mir das Getränk überreicht. Sie trägt dabei einen graues T-Shirt mit dem Logo von Big Benny. Schon fast habe ich das Gefühl auf der Erde Zusein. In der Metropolstadt Shanghai gibt es unzählige dieser kleinen Läden.


    Ich setze mich auf die Bank, die daneben ist, in einem schlichten Schwarzfärbung, dass auch bei der Bank entspricht. An der Wand hängen Plakate, wie einem Ice-Cream mit seinem Simile drauf und einem Herz in einer Sprechblase.


    Essstäbchen stehen bereit am Tisch und noch kleine asiatische ausschauende Lämpchen befinden sich auf dem Tisch.


    Rechts von mir, kann man auf die Lobby schauen von Hurl-4, die einen prächtigen Ausblick ergibt, auf die gelbliche helle Weltraumwolke, in der sich die Station befindet.


    Die Station ist relativ ruhig. Ein Umstand um denn ich sehr beruhigt bin. Die Paranoia auf Hurston, dass jeden bei seine Schritte und Aktionen überwacht ging mir unter der Haut. Das Datenpaket habe ich bei mir. Ich fühle mich dabei besser, als wenn ich es im Schiff lasse. Es erscheint mir sicherer. In solchen Zeiten möchte ich ungern auf blindes Vertrauen setzen.


    Dann von der Seite, höre ich:“ Ah, Nathan, so sieht man sich wieder.“ Ich drehe mich zu ihm um. Er ist in seinen schwarzen Raumanzug, der eng anliegt und nur mäßig gepanzert ist, während ich gerade meine Zivilkleidung trage. Mit den roten Augenschlitzen gibt dieser Anzug für mich wie immer ein zwielichtiges Bild ab. Aber immerhin kam er mir schon zweimal zur Hilfe. Ich schaue zu ihm herauf und in meinem Geiste sehe ich ihn, wie er hinter der vermuten Helm lächelt. „Ja, so sieht man sich wieder. „Ich stehe auf und unbewusst halte ich meine Hand an den Datenträger. Möglichst gefasst blicke ich ihm entgegen und sprich zu Joe:“ Nun ja, wir sollten uns eher eine ruhige Ecke suchen.“ So deute ich auf die obere Etage der Lobby. Ohne eine Bemerkung folgt mir Joe. Erst halte ich Ausschau nach einer bequemen Sitzecke, aber überall saßen Personen, was nicht meinem Sinne entsprach. Joe kann sich eine spitze Bemerkung nicht verkneifen:“ Von einem ruhigen Ort verstehe ich was anderes.“


    Ich versuche mich nicht davon beeindrucken zulassen. Ich schaue mich weiter um und erhasche an dem Geländer eine ruhige Ecke, wo sich neben an ein Lichtspiel befindet aus 8 quadratische, regelmäßig aufgebaute Lichtquellen, die immer wieder auf und ab leuchten in einen gelben Farbton. So verweise ich darauf hin und wir begeben uns hin. Im Hintergrund trillert weiterhin die fröhliche chinesische Musik.


    So frage ich nochmal prüfend:“ also ich habe es noch richtig im Kopf. Du wärst interessiert als Partner?“


    „Ja, also ich würde gerne was an Credit verdienen.“ Beantwortet es mir Joe interessiert.


    „Hmm, ok. Also, die Sache wäre dabei folgende. Ich bräuchte jemanden der mir einen Datenpack knacken kann. Es ist verschlüsselt und dabei bedarf es schon einen Profi. Die Verschlüsselung ist äußert stark.“


    Doch da antwortet mir Joe verneinend:“ Nein, das kann ich leider nicht übernehmen. Ich besorge eher Daten. Entschlüsseln überlasse ich jemanden anderen.“


    Sofort hackt Joe nach:“ Worum geht es jetzt aber? Wenn ich dein Partner werde, dann wäre es hilfreich, wenn ich weiß, worum es geht. Und welches Risiko wir hier wohl tragen?“


    „Nun da hast du recht.“ Noch zögere ich kurz, doch dann öffne ich mich: "Das Ganze ist, aber sehr vertraulich. Wir dürfen es an niemanden anderen weitertragen, solange es nicht notwendig ist.“ Und dann erzähle ich ihm die ganze Geschichte, die auf Hurston stattgefunden hat. Zwischendrin fragt Joe, ob es mit den verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zutun, was ich bejahe.


    Doch dann ist er überrascht:“ Konstantin Hurston, wie kommst du zu ihm? Das ist ein hohes Tier in der Geschäftswelt des Waffengewerbes.“ Ich meine ein Ausdruckes, der Herablassung zuhören. Offenbar ist er kein Freund von diesem Konzern. „ Nun das Familienunternehmen, von wo ich stamme, möchte gerne eine Tochterfirma gründen im Stanton System. Dabei war der Gedanke von meinen Agenten, Alian Kumar, schonmal kontakte zu knüpfen und ich später in der Sicherheitsabteilung tätig sein könnte.“ Ich fühle, wie mir Unbehagen in mir aufsteigt, so das ich darüber abschätzig fortfahre:“ mit dem Gedanken kann ich mich immer noch nur teilweise abfinden. Eigentlich weiß ich nicht wirklich, was ich tun will, aber ist es immer noch besser als nichts zutun.“ Ich nehme einen letzten Schluck von meiner mitgebrachten Cola-Dose und werfe sie in einen Mülleimer neben mir. Die Dose poltert im Inneren des Mülleimers runter.


    Als ich zum Ende komme der Erklärung, antwortet darauf Joe:“ Tja, sitzt wohl Huston ziemlich in der Patsche. Wer wohl dahinter stecken könnte?“


    „Tja, da sie einen Maulwurf in ihren Reihen vermuten, trauen sie gerade nicht mal ihren eigenen Mitarbeitern. So hat Konstantin, quasi als Auswärtiger Dienstleister, mir den Auftrag übergeben. Es wäre halt eine große Chance als Trittbrett in das Stanton System als Sicherheitsfirma. Wenn wir es knacken können. Ich musste dazu in einem Bunker eindringen und mich wieder mal in ein Bodengefecht verwickeln lassen. Es war äußert knapp. Um ein Haar hätte es mich am Bein mit einer vollen Ladung getroffen. Auch ein weiterer Grund, wieso ich einen Partner brauche. Es wird mir zu unsicher.“


    „Ich verstehe.“ Antwortet mir Joe.


    „Ich kenne halt keinen der spezialisiert ist in diesem System mit den entschlüsseln von Daten? Du bist länger im System, würdest du eine Person kennen?“


    Joe überlegt und beantwortet dies nachdenklich:“ nun leider niemanden Speziellen. Aber weißt du noch, als wir dich in der Nähe von Yela aufgabeln mussten. Da war doch diese Organisation von Tyr. Wie wäre es mit ihnen?“


    Da kommt es mir auch in den Kopf. An sie habe ich gar nicht gedacht. „Können wir ihnen trauen?“


    „Hast du eine bessere Idee?“ Nein, das hatte ich nicht. Es ist wohl aktuell die beste Wahl.


    „Ok, dann kontaktiere ich Kjeld. Aber am besten in der nähe von Crusader und etwas abseits wenn es geht.“


    „Ja, das klingt ganz vernünftig.“ Stimmt Joe zufrieden ein.


    Wir gehen in die Richtung der Pads zum Auffordern der Schiffe. Immer wieder kommen uns andere Besucher der Station entgegen. Alle wirken etwas Entspannter, offenbar legen sich die Spannung im System langsam. So schnell ist offenbar die Gefahr von Xeno-Threat schon vergessen.


    Während ich meinen EVA-Anzug an lege und mein SMG-Gewehr daran befestigte, ruft Joe sein Schiff auf.


    Kaum haben wir uns am Lift zu dem Pad begeben, wo sein Schiff bereit steht, erkenne ich, es ist die Reliant. Ein Schiff mit seinem ungewöhnlichen Design und Eigenschaften.


    Wir steigen hinein und Joe lässt die Antriebe hochlaufen. Der Ton wird immer höher, bis im Schiffsinneren, das Dröhnen der Antriebe im Rumpf erschallt. Die Reliant steigt hoch und springen dann mit den Quantumtravel in Richtung Crusader.


    Wieder mal ist es ein ruhiger Flug und so nimmt Joe die Gelegenheit wahr:“ wurde deine Freelancer ordentlich repariert?“ So antworte ich:“ Ja, wurde sie. Aber ich hatte noch keine Gelegenheit, sie auszutesten. Ich hoffe, sie klappt jetzt so, wie es sein sollte.“


    „Nah, das dich niemand vor der Nase herumführt, oder?“ Neckt Joe an.


    „Nah, das möchte ich hoffen. Oder ich werde wohl entsprechend reagieren.“ Antworte ich.


    „Du hast mir erzählt, du warst in der Navy. In welchen Squadron hast du den gedient?“ Fragt Joe mich neugierig.


    „Im 126ten. Aber es war nur eine kurze Zeit...“Meine Stimme brecht ab. Wie eine Nadel in meinen Bauch schleichen sich schmerzliche Erinnerungen in meinen Kopf.


    Joe bemerkt es und setzt ermutigend ein:“ Du redest wohl nicht gerne darüber. Nun ich war nie in der Navy, aber auf den Ort, wo ich aufwuchs, kann ich, dir sagen war ich in einem Söldnerunternehmen. Es mag nicht das Training eines Marines sein, aber man lernte auch dort den Kampf im Gefecht.“


    „Wo?“ Frage ich immer noch etwas schwankend.


    „Im Magnus System. Ein hässlicher Ort. Wo Slums und Armut vorherrscht. Tja, der größte Konzern ist dort Drake interplantery. Die haben ihren Sitz dort und die wohlhabenden leben auch dort. Wäre also dort eine Anstellung bekam, hatte noch die besten Jobs dort. Aber sonst ein trostloser Ort. Ich kann mir vorstellen, da ist die Erde schon ein wesentlicher anderer Ort. Ich war ja nie dort, nur natürlich immer was mitbekommen in den Nachrichten.“


    „Die Erde...nun, man sieht und spürt um jede Ecke, das eine tausendjährige Raumfahrtgeschichte hinter sich hat und der Ursprungsplanet der Menschheit ist von Kulturen, bevor sich die Menschheit in die Sterne aufmachte.“ Beantworte ich dies melancholisch.


    „Tja, umso mehr würde ich gerne sie einmal sehen. Vielleicht kann ich mir diesen Traum irgendwann erfüllen.“ Seufzt Joe.


    „Wer weiß, vielleicht ist es nicht mehr soweit.“


    „Wer weiß“ erwidert nur Joe.


    „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ kontere ich. „Auch Armut gibt es auf der Erde.“


    „Aber sicherlich nicht wie im Magnus System, das von Armut und Slums durchzogen ist bis auf Drake Interplanetary. Schau sogar das Sternenreich, in das wir leben, heißt United Empire of Earth. Sie ist der Hauptsitz der Regierung und auch eines der großen Wirtschaftszentren der UEE. Da fließt viel Reichtum und Macht in das System.“ Erwidert Joe anfechtend.


    „Ja, Materiell geht es den Menschen besser dort. Aber es heißt nicht unbedingt, dass man ein glücklicheres Leben hat.“ Erwidere ich bedächtig.


    „Sprichst du aus Erfahrung?“ Fragt Joe neugierig. „Gewiss erweise.“ Antworte ich knapp. Schon ärgere ich mich es angesprochen zuhaben, denn noch fühle mich noch nicht bereit so tief über meine Vergangenheit zureden mit ihm.


    „Kann ich mir schwer vorstellen. In meiner Kindeszeit und Jugendzeit und auch als junger Erwachsener habe ich Kinder in Minen gesehen, Massaker an einfachen Menschen die nur ihr Leben leben wollen. Es war ein unerträglicher Ort. Die Menschen wurden als Objekte behandelt, nicht mehr Wert als ihre Arbeitsleistung, die sie erbringen. Es mag offiziell teil der UEE sein, aber es fühlt sich mehr an als wäre dort der Abschaum der Menschheit versammelt gewesen. Die Wehklagen von Müttern, die ihre Kinder an die Minen abgeben müssen und bei manchen Unfällen dort verloren haben, spucken immer noch in meinen Kopf.“ Joe hält kurz inne. Ich kann nicht in sein Gesicht blicken, doch ich habe das Gefühl ihn bedrückt es.

    Da wurde, es zur willkommenen Unterbrechung, als der Computer meldet, dass sie nun Crusader erreichen. Schnell wird der Gasgigant größer und nimmt dann nahezu die gesamte Sicht ein, als der Quantum Sprung abgebrochen wird.


    Joe orientiert das Schiff nach Port Olisar, wo sie haarscharf an der Atmosphäre vorbeispringen und sie peilen einen Kommunikationssatelliten an.


    „Ok, dann verschicke, deine Nachricht an Kjeld.“


    Ich gebe die Textnachricht an und ich hoffe, sie ist genug verschlüsselt, dass es niemanden auffallen wird. Dann informiere ich Joe:“ Ok, bin fertig.“


    „Gut, dann wohin?“ Fragt er.


    „Zu Port Olisar. Ich denke wir verbringen ein paar Tage dort, bis Kjeld antwortet.“ Erkläre ich im ruhigen Ton.


    „Ok, dann machen wir es so.“


    Es ist ein schneller Sprung. Schon nach wenigen Minuten, sind auf der Station gelandet mit ihren Ringen und ihrem stetigen, belebten Schiffsverkehr.


    Hoffentlich antwortet Kjeld bald, denn möglichst schnell würde ich gerne diese Angelegenheit geklärt haben. Dauernd erschleicht mich das Gefühl, das jemand uns verfolgen könnte. Eine übertriebene Paranoia von mir oder berechtigt? Nun sicherlich fühle ich mich besser, wenn wir mehr herausgefunden haben.