05 - Wo sind wir hier nur gelandet?

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  • Hatte das ausräumen der Shuttles nur Minuten gedauert, brauchten wir danach über eine Stunde, um unsere Fracht in einem eilends gemieteten Verschlag unterzubringen. Wir waren alle erschöpft und mussten uns jetzt hier zurecht finden. Die „Naomi Asada“ hatte wie angekündigt das System verlassen und wir waren auf uns gestellt. Lucy hatte sich bereits in eine Ecke gehockt, ihre Computer auf zwei Kisten aufgestellt und versuchte, mehr Informationen zu bekommen. Und vor allem: Kontakt mit Kai Thanner und Nathan Asada aufzunehmen, die sicher auf auf irgendwelchen Stationen fest hingen.

    Dann sah sie auf. „Ich hab hier was.“

    Sofort lief ich zu ihr hin und hockte mich neben sie. Auf dem Monitor war eine junge Frau in der Uniform der UEE zu sehen. Sie stellte sich als Special Agent Rowena Dulli vor und kündigte an, dass die UEES War Hammer im System eingetroffen war. Ein Zerstörer der Javelin-Klasse.

    Ich grinste. Dann dürfte diese Xeno Threat-Organisation wohl nicht mehr lange ihren Zirkus hier veranstalten.

    Eine Javelin! Diese dicken Pötte holte die UEE nur dann aus dem Schrank, wenn es wirklich notwendig war. Also waren diese Xeno Threat wohl doch mehr als gelangweilte Ökos die im Weg stehen, um irgendwelche Weltraumwale oder Asteroidenamöben zu schützen. Diese Terroristen haben sich die volle Aufmerksamkeit der UEE verdient.

    Und die War Hammer würde sie wohl ziemlich schnell dorthin zurück treten, wo sie her gekommen sind.

    „Wir brauchen Ihre Hilfe!“ sagte Dulli plötzlich und sah in die Kamera.

    Unser Lachen wich erstauntem Schweigen. Die War Hammer war zwar im System, aber für einen Kampfeinsatz gar nicht ausgerüstet!

    Die fehlende Munition und Vorräte sollten Frachtschiffe bringen, die aber von den Terroristen angegriffen wurden. Zwei Schiffe wurden bereits vermisst, ein drittes sendete einen Notruf, kurz nachdem es das Sprungtor passiert hatte.

    Und jetzt sollen wir – ZIVILISTEN! - der UEE helfen, die War Hammer einsatzbereit zu bekommen? Agent Dulli forderte Geleitschutz für die UEE Frachter an und Hilfe bei der Bergung der Fracht aus den vermissten und vermutlich zerstörten Frachtern.

    Ungläubig schaute ich auf den Monitor. Ist das dieselbe UEE, die regelmäßig die Schlagkraft ihrer Flotte auf großen Paraden präsentiert? Die überall mit Postern und Vids tönt, wie sie doch alle Sektoren des Imperiums zu beschützen wissen?

    „He was ist, kommt ihr mit?“ Ein Mann in Raumanzug, den Helm unter dem Arm, war vor unserem Verschlag stehen geblieben. Er trug eine Rüstung und der Griff einer Waffe ragte über seiner Schulter auf.

    Ich nickte dem Fremden zu „Wir sind unterwegs!“

    „Dann los! Stanton braucht euch!“ Damit rannte er weiter.

    „Sie wollen doch nicht ernsthaft gegen Terroristen kämpfen, Sir?“

    Ich sah zu Andrew. „Zuerst mal will ich wissen, was hier los ist. Haben wir Waffen mit?“

    Der junge Assistent nickte zu einer der Kisten. „Ein paar Pistolen, Sir. Asada, Also Nathan Asada, sollte mehr haben.“

    Der Sicherheitsbeauftragte! Ich wandte mich zu Lucy um. „Ich benötige eine Verbindung...“

    „… zu Asada, ja. Die Leitungen sind momentan alle verstopft. Er ist auf der Shallow Frontier Station notiert. Mic-L1. Aber weder im Büro noch anderweitig erreichbar.“ Sie sah mich über den Monitor hinweg an. „Ich glaube, Sir, er ist wirklich da draußen und kämpft.“

    Andrew reichte mir ein Holster mit einer Pistole. Ich befestigte es am Gürtel meiner Hose. Mit Waffen umgehen konnte ich. Jeder, der die Erde verlässt, lernte das früher oder später.

    Ob ich auch etwas damit ausrichten könnte? Da war ich mir weniger sicher. Aber das Gewicht der Waffe zu spüren war zumindest ein beruhigendes Gefühl.


    In diesem Chaos sollen wir ein Mining- und Transportunernehmen aufbauen? Da wird der alte Ethan Asada aber Augen machen wenn ich ihm berichte, was hier los ist! Unser Zeugs brauchen wir dann wohl gar nicht erst auspacken.

    „Ihr bleibt hier,“ bestimmte ich dann. „Ich werde versuchen, einen Flug nach Shallow Frontier zu bekommen, um mich mit Nathan Asada zu besprechen. Und dann entscheiden wir, was wird.“


    In Gedanken ging ich die Liste der uns zur Verfügung stehenden Frachter durch und sortierte sie nach Panzerung und Bewaffnung.

    Wo sind wir hier nur hinein geraten?

    Difficile est saturam non scribere